Als ich mich dann doch endlich mal ein wenig über mein bereits gebuchtes Hostel 'Banien View Lodge' informierte, chancelte ich spontan eine von 3 Nächten. Es war ein wenig abgelegen und mir einfach zu ruhig...ich wollte ja nicht schon wieder wie in Brisbane nur alleine rumlaufen :(...Ich musste endlich mal wieder unter Leute.
Am Nachmittag und Abend bummelte ich ein wenig durch die Stadt.
| Parlamentsgebäude und Library |
| Lagune bei Nacht |
Darwin war mir irgendwie sympathisch. Hier ist zwar nicht viel los, aber es hat die relaxte Atmosphäre einer Kleinstadt. Es liegt in den Tropen im Northern Territory und die uns gewohnten vier Jahreszeiten gibt es hier nicht, nur eine Trocken- und eine Regenzeit.
Ich befand mich in der Trockenzeit. Das tropische Wetter machte einen zwar manchmal etwas platt, aber es war einfach schön warm. Herrlich, endlich mal ordentlich Sonne genießen :)
Außerdem haben die Hostels hier alle einen Pool, so lässt sich das warme Wetter erst recht gut genießen.
Schon am 2. Abend lernte ich Davide aus Italien kennen und noch ein paar weitere nette Menschen. Wir tranken ein paar Bierchen und hatten einen angenehmen Abend. Nun war das Hostel doch nicht mehr so schlecht, hoffentlich hatte ich keine falsche Entscheidung getroffen, als ich mich dafür beschloss, den Rest der Zeit in einem anderen Hostel zu verbringen.
Am 3. Tag begab ich mich auf Autosuche. Ich wollte weiter mit den Franzosen reisen, die in ein paar Tagen ankommen wollten. Wir hatten vor, uns ein günstiges Auto zu kaufen und dann den Trip gemeinsam fortzusetzen und die Westküste zu erkunden.
Ich fuhr mit dem Bus nach Berimah, um mir einen Van anzuschauen. Leider ohne Erfolg, aber die Busfahrt werd ich so schnell nicht vergessen: Es stiegen betrunkene Aboriginis ein. Es fing fürchterlich an zu stinken und ich hielt aus Angst meine Tasche fest. Die Frau hatte unvorstellbar(!) große&dicke Lippen, was wahrscheinlich durch den Alkohol kommt. Sie wurden schon bald von der Busfahrerin rausgeschmissen, aber mir war mulmig, wo bin ich hier nur gelandet?
Als ich nach Australien kam, hatte ich keine Vorurteile gegenüber Aboriginis, aber ich muss leider sagen, dass ich nun welche habe. Besonders in Outbackstädten wie Alice Springs und beim Uluru oder im Northern Territory und Western Australia hab ich viele gesehen. Meist einfach nur auf der Wiese sitzend oder mitten auf dem Weg liegend. Meist betrunken und schreiend. Das macht einem Angst! Und das ist echt schade, denn irgendwie tun sie mir auch nur leid. Sie bekommen alle 2 Wochen um die 700 Dollar von der Regierung. Dass man dann nicht die Motivation zum Arbeiten hat und eher zum Alkohol greift, weil man wie ein Aussenseiter lebt, ist wohl klar. Echt schwierige Situation...trotzdem, mir macht das ganze ein mulmiges Gefühl.
Aber wieder zurück zum Aufenthalt in Darwin:
Ich lernte schnell viele Leute im neuen Hostel kennen: Thomas, ein 19 jähriger Holländer, der hier als Kellner arbeitete, Oskar, einen Engländer, der kaum noch Geld hatte und ständig nach irgendwas schnorte, Andre, ein Deutscher, der es nicht mochte nach seiner Herkunft gefragt zu werden, noch ein paar andere sehr liebe Deutsche, die auch hier arbeiteten, einen Norweger, der 2 Wochen hier bleiben wollte und dann auf Fiji flog und viele, viele interessante Menschen mehr. Es war eine nette Atmosphäre und man saß gerne zusammen.
Leider musste ebenso feststellen, dass wir auch komische Menschen im Hostel hatten. Da wäre zum Beispiel ein etwa 40 Jähriger, welcher nur in Unterhose da stand, als ich ins Zimmer kam. Gut, dachte ich mir, kann ja mal passieren, wird wohl nicht mit mir gerechnet haben. Dann laberte er mich voll...Er erzählte von seinem Haus in Thailand, seinem Auto, Geld...blablabla.
Was ein Freak, dachte ich mir und war froh, als er duschen ging...doch danach kam er plötzlich nackt zurück! Zum Glück war ich nicht allein, in der Zwischenzeit kam jemand anderes (Normales) ins Zimmer und unterhielt sich mit mir...erschreckend dieser Typ!
Am 4 Tag und Karfreitag wollte ich einmal nuuur die Sonne genießen.
Ich hatte mich mit Davide und Thomas zum Baden in der Lagune verabredet. Denn obwohl Darwin am Meer liegt, darf man hier nicht baden, da sich immer mal ein Krokodil oder eine Qualle im Wasser befinden kann...aber es gibt eine öffentliche und sichere Lagune. Das Wasser ist eklig und dreckig, aber eine Abkühlung.
| Lagune bei Tag |
Außerdem fand heute ein BBQ im Hostel statt. (Ein Ersatz für Ostern, wo alles geschlossen war!) Es war seeehr lecker! Dazu gabs Bohle, die aber so mit Wasser gemischt war, dass es mehr wie Saft schmeckte. Es war ein lustiger Abend voller Unterhaltungen und Trinkspiele :)
Am Samstag schaute ich mir den Strand auf der anderen Seite an...man war das hier hässlich, der Strand war nass und es war fast keine Menschensehle zu sehen. Aber da ich braun werden wollte: Was solls, es wird gesonnt!
Am Samstag schaute ich mir den Strand auf der anderen Seite an...man war das hier hässlich, der Strand war nass und es war fast keine Menschensehle zu sehen. Aber da ich braun werden wollte: Was solls, es wird gesonnt!
Das Wasser war mir ein wenig unheimlich, keiner war drin und als ich bis zu den Knien im Wasser stand und ein Kind seine Mama fragte, ob es auch soweit durfte, wurde es sofort zurückgewiesen. Da machte ich mich lieber auch aus dem Staub.
Nach dem Sonnenbaden schaute ich mir noch den Botanischen Garten an und staunte über die vielen Flughunde, die dort auf einem Baum hoch und runter kletterten.
Am Sonntag war der 24. und in der Früh kamen Guillaume und Pierre-Antoine an. Wie erhofft fanden wir ein Auto für 800 Dollar und konnten den Preis sogar auf 600 runterhandeln. Das Auto hieß "Jürgen", kam inklusive Campingausrüstung und war bis auf ein paar Sachen echt noch gut in Schuss...hoffentlich bringt es uns bis nach Perth :)
Nach diesem Schnäppchen konnte gefeiert werden. Es gab natürlich Goon:) im Hostel. Später gings noch in einen Nachtclub mit Lifemusik...schööön!
Leider bestand unsere ganze Truppe nur aus Franzosen, was mich irgendwie echt nervte...sind die denn überall? So langsam hatte ich genug...
Am nächsten Morgen (oder sagen wir besser nachmittag) starteten wir. Als erstes fuhren wir zum Flughafen, weil dort ein alter Van stand. Leider funktionierte er nicht mehr, aber wir fanden viele nützliche Sachen darin, die man gut fürs Campen gebrauchen konnte.
Danach schauten wir uns den Sonnenuntergang am Strand an =)
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